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Prédication Jc 2, 1-8. 16 08 18

1. Meine Brüder und Schwestern, haltet den Glauben an Jesus Christus, unsern Herrn der Herrlichkeit, frei von allem Ansehen der Person.

 

2. Denn wenn in eure Versammlung ein Mann kommt mit einem goldenen Ring und in herrlicher Kleidung, es kommt aber auch ein Armer in unsauberer Kleidung,

 

3 .und ihr seht auf den, der herrlich gekleidet ist, und sprecht zu ihm: Setz du dich hierher auf den guten Platz!, und sprecht zu dem Armen: Stell du dich dorthin!, oder: Setz dich unten zu meinen Füßen!,

 

4. macht ihr dann nicht Unterschiede unter euch und urteilt mit bösen Gedanken? …

 

8. Wenn ihr das königliche Gesetz erfüllt nach der Schrift (3.Mose 19,18): »Liebe deinen Nächsten wie dich selbst«, so tut ihr recht;

Liebe Gemeinde, die Bibel ist oft gar nicht besonders spirituell. Der Glaube an Jesus Christus ist nichts Geistliches, nichts Jenseitiges, nichts, was nur das religiöse Gefühl anspricht. In der Bibel und beim Glauben geht es unmittelbar um unseren Alltag. Die Texte sind konkret und handfest, klar und eindeutig. Auch die 2000 Jahre, die zwischen der Bibel damals und uns heute liegen, sind oft nicht zu erkennen.

Der Text von Jakobus ist dafür ein gute Beispiel. Er schreibt nicht nur allgemein darüber, dass wir Menschen nicht nach dem Äußeren beurteilen sollen. Er gibt dieses sehr konkrete Beispiel aus dem Alltag. Ein reichen Mann und ein armer Mann kommen in eine christliche Versammlung. Wir reagieren wir ? Hofieren wir den reichen Mann und wenden uns vom armen ab ? Eine Szene, eine Situation, die wir uns sofort vorstellen können. Eine Szene, die einen sofort an eigene Erfahrungen denken lässt.

Chère Meike, j’ai pour toi une expérience toute fraîche à raconter.J’aimerais avoir ton avis sur ce qui s’est passé samedi passé au culte en plein air de la Fest der Kirchen sur  Alexanderplatz. Nous les lecteurs et lectrices étions installés au premier rang dans le public, et voilà que deux sympathiques clochards viennent s’assoir à côté de nous, la cigarette à la bouche et une bouteille de bière à la main.

Il n’y avait pas d’agressivité en eux, ils paraissaient tout calmes et gentils. Je me demandais ce qui allait se passer ; je sentais que ma voisine congolaise était très mal à l’aise.

Pour moi, ils avaient le droit d’être là ; la seule difficulté était que l’alcool était interdit à cette fête. Comment faire ? Je pensais à François d’Assise qui ouvrait son église surtout aux plus pauvres et démuni-e-s.

Un jour alors que j’étais au culte à Sydney, un clochard est entré s’est couché sur un banc d’église tout devant ; il a écouté un bout du culte, puis s’en est allé.

Pourquoi n’avons-nous pas plus de personnes démunies à nos cultes ?

Martine, du erzählst vom Open-Air- Gottesdienst auf dem Alexanderplatz. Dort saßen bei euch Lektorinnen und Lektoren in der ersten Reihe zwei vermutlich Obdachlose mit ihren Bierflaschen und rauchten.

Der Ökumenische Rat Berlin-Brandenburg feiert alle drei Jahre das Berliner Fest der Kirchen. Zuerst war es auf der anderen Seite des Alexanderplatzes bei der Marienkirche. Seit letztem Mal ist es vor dem Kaufhof beim Brunnen, zwischen U-Bahn, S-Bahn und Straßenbahnhaltestellen. Bei den Gesprächen im Ökumenischen Rat über das Für und Wider des Platzes, war die Mehrheit froh über diesen Ortswechsel. « Da sind wir mittendrin » hieß es. Dort auf dem Platz kommen so viele  Menschen vorbei, Berliner und Touristen, Arme und Reiche, Christen und Atheisten und Menschen aller Religionen. Da gehört Kirche hin – mitten in die Stadt, mitten zwischen und unter die Menschen. Genau das wollen wir. Dort wollen wir uns unserem Glauben erzählen, Menschen einladen und gemeinsam feiern. Ohne Ansehen der Person sind alle willkommen.

Und natürlich kommen dann auch Obdachlose mit Bierflaschen und Zigaretten.

Peut-être qu’il serait utile de faire nos cultes en dehors de nos églises, sur les places publiques et dans les bistrots. Ce samedi-là, j’ai vraiment eu l’impression que ces deux hommes auraient bien voulu rester avec nous, pour chercher, comme nous, avec nous, à rencontrer Dieu et à lui parler.  Au lieu de leur souhaiter la bienvenue et de leur serrer la main, tout le monde a eu peur, trois policiers en civil en face de nous ne les quittaient pas des yeux, et pour finir un dame avec un micro autour de la tête, en position basse, leur a parlé d’un manière très professionnelle, gentiment sans sourire, elle a pris les bouteilles qu’ils avaient à la main ; alors les deux hommes se sont levés, et ont suivi ou bien la dame, ou bien leurs bouteilles. Le plus jeune m’a regardée timidement : ai-je imaginé un reproche discret ? Jamais je n’aurais eu le courage de leur dire : restez, c’est un culte public, vous avez le droit d’y assister aussi, on vous rendra vos bouteilles à la fin. Je te le demande Meike, je vous le demande : que ce serait-il passé si les autres chrétiennes et chrétiens présents avaient insisté : vous êtes des nôtres, nous vous acceptons parmi nous. N’est-ce pas ce que l’apôtre Jacques demande dans sa lettre?

Auch in unsere Gottesdienste kommen manchmal Menschen, denen man ihre Armut oder auch ihren Reichtum ansieht. Beide werden am Eingang begrüßt.  Beide werden zum Gottesdienst eingeladen. Beide bekommen ein Gesangbuch in die Hand gedrückt. – Das haben wir von Jakobus gelernt.

Aber du hast natürlich recht, Martine, unsere Gemeinden sind in der Regel sehr geschlossene Kreise und die Gottesdienste Veranstaltungen für einen kleinen Kreis ähnlicher Menschen. Ich denke, viele fühlen sich bei uns gar nicht wohl.

Tu ne trouves pas un peu bizarre que les églises ont tendance à rejeter toutes les personnes qui n’ont pas le profil idéal, inventé par je ne sais qui.

Und was ist deine richtige Vorausssetzungen für die Kirche?

Ne pas être divorcé-e, ne pas vivre en concubinage, ou avec une personne du même sexe, ne pas vivre dans la rue, avoir pris sa douche le matin, et avoir un bel aspect et de beaux habits. Tu te souviens des histoires qu’il y a eu avec les victimes du Sida ? Je me demande si nous accepterions une personne lépreuse, même guérie ?

L’église est devenue comme une forteresse contre tout ce qui nous dérange. Nous voudrions qu’elle nous protège de ce qui n’est pas conforme à ce que nous imaginons être conforme pour Dieu. Alors que Dieu s’intéresse seulement à ce qui se passe dans les coeurs.

Peut-être que Dieu voyait chez nos deux sympathiques clochards de samedi passé une beauté qui était invisible pour nous ?

Das Gebot « liebe deinen nächsten wie dich selbst », stellt eine schöne Ballance her. Es geht um mich selbst und die anderen. Es heißt nicht « liebe deinen nächsten und verleugne dich selbst ». Ich muss mich nicht für den anderen einschränken, zurücknehmen oder verbiegen. Es geht darum, beide in das rechte Verhältnis zu setzen, meine Interessen und die Interessen anderer. Es geht um gegenseitigen Respekt, die Selbstachtung und die Achtung des anderen.

Beim Fest auf dem Alexanderplatz waren die Kirchen die Gastgeber. Sie haben alle eingeladen, alle, die vorbeikommen, egal ob reich oder arm, sauber oder schmutzig. Aber es gab die Regel, dass auf dem Fest kein Alkohol getrunken werden durfte. Ich finde, der Gastgeber darf solche Regeln aufgestellen. Und dann kann man erwarten, dass die anderen sich daran halten. Denn es geht um gegenseitigen Respekt.   

Je pense que l‘apôtre Jacques par ses paroles touchent un point sensible ; nous avons une tendance instinctive à préférer et aimer les personnes belles, agréables à regarder et qui ne demandent rien. Or tout l’enseignement de Jésus nous apprend à considérer notre prochain et notre prochaine autrement : nos cœurs durs résistent, et le mien en premier. Heureusement que rien n’est impossible à Dieu !

« Liebe deinen Nächsten wie dich selbst « – lautet das höchste Gebot und wir lieben natürlich diejenigen am meisten, die uns tatsächlich nahe und uns ähnlich sind. Diejenigen, die uns akzeptieren und mit denen wir freundlich um gehen und gemeinsame Interessen haben.

Allerdings sind da gar nicht gemeint, wenn von « Nächsten » die Rede ist. Unsere Nächsten sind diejenenigen, die uns fremd und unangenehm sind.

Und wenn ich mir genau überlege, wer mir fremd und unangenehm ist, dann fallen mir nicht die Obdachlosen als erstes ein, sondern Menschen mit Stiefeln und Glatzen, die den Hitlergruß zeigen und brüllend durch die Straßen laufen. Was hätten wir getan, wenn solche Leute beim Fest auf dem Alexanderplatz aufgetaucht wären ?

Rien que d’y penser, je sens la peur qui me prend le ventre, et vous ? Aurions-nous le courage de leur sourire, et de leur dire clairement et doucement que nous  accueillons et respectons leur personne, et que nous ne sommes pas d’accord avec leur manière de penser et d’agir ?

Et si nous avions besoin d’apprendre à respecter notre prochain, notre prochaine, riche ou pauvre, avec des techniques comme, par exemple,  celle de la non violence ? Pourquoi ne pas s’appuyer sur les découvertes scientifiques, même en église, pour apprendre à mieux aimer ?

Das ist für mich eine viel größere Herausforderung. Es fällt mir unendlich schwer, in einem Rechtsradikalen, die von Gott angesehene Person zu erkennen. Mir vorzustellen, ihn zu empfangen, ein Gesangbuch in die Hand zu drücken und willkommen zu heißen.

« Liebe deinen Nächsten wie dich selbst « – das höchste Gebot ist sehr konkret, sehr handfest und unendlich schwer.


 

Liebe Martine,

als wir uns das letzte Mal – das war vor 4 Wochen - hier oben auf der Kanzel unterhielten, wolltest du über die Rechtfertigung allein aus Glauben reden und ich wollte in meinem Garten unter meinem Apfelbaum liegen. Du hast mich dann beruhigt und gesagt: Ich dürfe unter meinem Apfelbaum liegen, selbst als Pfarrer. Du hast gesagt, um gerettet zu werden, müsse man gar nichts tun, nur glauben. Das habe ich dir geglaubt und mich am Nachmittag in meinem Garten unter den Apfelbaum gelegt, aber am Montag habe ich doch getan, was zu tun war.

Die Äpfel werden jetzt reif und fallen vom Baum. Gestern hat mich der hier fast erschlagen. Ich habe ihn dir mitgebracht und schenke ihn dir. One apple a day, keeps the doctor away, sagen die Briten. Wenn wir den Text aus der Genesis, den wir eben gehört haben, weiter lesen bis zum nächsten Kapitel, klingt es eher umgekehrt: Eva und Adam aßen eines Tages einen Apfel und wurden Doktor, sehr gelehrte Menschen. Ihr Doktorvater, die alte Schlangen, hatte ihnen zwar ursprünglich eine Promotion in Ethik versprochen, sie sollten Gut und Böse erkennen können. Am Ende ist ein Doktor der Anthropologie herausgekommen, der Menschenkunde, das Ergebnis ihrer Untersuchung mit Hilfe des Apfelbaums war nämlich die Erkenntnis, dass sie nackt waren.

Aber Martine, ich bin zu weit gegangen. Wir sollen ja heute gar nicht über Gen 3, sondern über Gen 2 predigen. Da ist ja noch alles in Ordnung. Gott macht den Menschen aus Erde, bläst ihm den Lebensatem ein, pflanzt einen Garten und setzt den Menschen in den Garten, damit er ihn bebaue und bewahre.

Wir sollen heute also vermutlich über die Bewahrung der Schöpfung predigen. Die Stichworte sind Erderwärmung und Klimawandel, Resourcenausbeutung, Wasserknappheit in vielen Teilen der Welt. Seit Montag ist der Tempelhofer Damm 30er-Zone. Ich brauche nachher noch länger, bis ich in meinen Garten komme. Bringt doch nichts! Sagen selbst die Grünen. Aber viele kleine Schritte usw.

Martine, willst du hier weitermachen und all das sagen, was auch in der Zeitung steht? Oder haben wir heute ein bisschen mehr zu sagen?

Et tu as vu au verset 15 ? Dieu met Adam dans le jardin pour qu’il y travaille et le garde. Heureusement que tu t’es quand même mis au travail le lundi, ainsi tu es tout à fait en conformité avec ce chapitre 2 du livre de la Genèse! On a donc été créé pour travailler dans un jardin qui ne nous appartient pas et dont nous n’avons pas la maîtrise.

Ce qui m’intéresse surtout ce matin, cher Jürgen, c’est l’arbre de la connaissance.

Ja, der Baum der Erkenntnis, der interessiert mich auch. Was hat es mit diesem Baum auf sich?

Dieu façonne l’Adam à partir de la poussière de la terre appelée en hébreu adama. L’être humain est donc une petite boule de poussière, composée d’un peu d’eau et auquelle est ajouté un peu de souffle de Dieu pour qu’il devienne vivant. A ce stade, l’Adam n’est pas très différent des animaux que Dieu a créés. La femme, est un peu plus évoluée puisqu’elle vient d’une côte !

Du meinst, die Frau sei mehr entwickelt, weil sie aus einer Seite kommt? Wenn das stimmt, wäre sie ja einseitig entwickelt. Meinst du wirklich?

Dein Humor ist so schön, lieber Jürgen !

Vous savez pourquoi les récits de la création sont différents au chapitre 1 et 2 ? Parce que les théologiens juifs ont commencé à écrire le livre, probablement à Babylone et au retour de Babylone depuis les années 520 avant JC, et qu’ils ont recueillis les récits oraux de différentes tribus :  ils ont choisi de garder les deux traditions l’une à côté de l’autre. La première avec un créateur appelé Eloyim, Dieu universel, et le deuxième avec un créateur appelé Yhwh Elohyim, c’est-à-dire avec le nom du Dieu d’Israël.

Au chapitre 2, un peuple spécifique est fondé, et le jardin d’Eden ou jardin des délices est situé géographiquement avec des limites ; il englobe les régions de l’Irak, de l’Arabie, la Nubie et l’Egypte actuels. Les quatre fleuves symbolisent l’universalité, avec les quatre points cardinaux. En ce temps-là cette région jouissait d’un climat tempéré alors que la Suisse n’était qu’un immense glacier ! Tout change !

Le récit est donc situé dans le temps et dans l’espace : l’EDEN n’est ni un mirage ni le paradis. Pourquoi donc l’arbre de la connaissance vient-il y pousser ? Est-il préférable de savoir ce qui est bien et ce qui mal, ou bien  vivre dans une totale inconscience, d’une façon uniquement instinctuelle comme les animaux ? Levez la main, celles et ceux qui préfèrent savoir ce qui est bien et ce qui est mal ? Et levez la main celles et ceux qui pensent qu’il serait mieux de ne pas savoir ?

Même résultat que dans les clases où je posais cette question.

Jürgen dit que le vieux serpent et néanmoins docteur en sagesse a permis aux êtres humains une promotion éthique. Ce serpent donne en effet à cette petite boule de poussière, d’eau et de vie la capacité de réfléchir, de penser, de nommer Dieu, d’entrer en relation avec Dieu, et de dialoguer avec lui.  Sans ce serpent pas si méchant qu’il n’y parait, il n’existerait pas non plus la liberté de conscience, chère à Luther. Grâce au serpent, à Eve et à Adam, nous recevons bien plus que le sentiment de culpabilité : la grâce de la foi.

Par son interdit, Dieu ne voulait-il pas aussi protéger l’être humain de la tentation de devenir juge de ce qui est bien et mal à sa place ? Car c’est exactement ce qu’il s’est passé. L’homme et la femme ont décidé que d’être nu n’était pas bien. Est-ce que Dieu s’était exprimé à ce sujet ? Non. Nos deux petits tas de poussière et d’eau ont jugé par eux-mêmes, sans rien demander à Dieu : ils se sont tout de suite pris pour Dieu. La mort, c’est d’avoir perdu la juste relation avec Dieu.

Le « tu mourras » du verset 17, n’est pas forcément une mort biologique annoncée, dit Antoine Nouis, car nos deux Adam ne sont pas morts après avoir mangé du fruit, , ils ont perdu la juste relation avec Dieu, ils sont entrés dans le monde des mensonges, des jalousies et de l’orgueil démesuré, et de ce fait se sont séparés de Dieu. Et le Seigneur qui nous aime plus qu’un père et qu’une mère, aurait peut-être voulu nous protéger de cette douloureuse épreuve.

Qu’en penses-tu Jürgen, puisque c’est fait, puisque nos premiers ancêtres ont mangé le fruit dangereux, et bien il ne nous reste plus qu’à acquérir maintenant toujours plus de connaissances, car plus l’être humain se connaitra lui-même, moins il fera de mal à l’autre et à lui-même ; plus il aura des connaissances pointues dans tous les domaines, et moins de mal il fera à l’environnement ; et plus il aura acquis des connaissances, plus il prendra conscience qu’il n’aura jamais assez de connaissances pour devenir comme Dieu. Regarde ce qu’ils se passe avec la découverte de l’espace, chaque découverte révèle encore davantage d’énigmes. A la fin peut-être que l’être humain apprendra à respecter Dieu comme au commencement.

Tu aurais une autre idée ?

Nein, ich habe keine andere Idee. Wir haben von der Frucht gegessen, wir sammeln immer mehr Erkenntnis. Das ist nicht mehr zu ändern. Mir fällt es aber schwer, deine Hoffnung zu teilen. Denkst du tatsächlich, dass wir durch immer besser Kenntnisse und Selbsterkenntnis humanere Wesen werden, die immer weniger die Welt zerstören und immer mehr Ehrfurcht vor Gott haben? Ich sehe viel mehr Tragik und Unausweichlichkeit in dieser Erzählung.

N’oublie pas que moins les gens ont de connaissances, et plus ils sont irrémédiablement soumis aux gens qui exercent un pouvoir destructeur et qui ne vient pas de Dieu.

Lass mich nochmal anfangen und einen Gedanken von dir aufgreifen.

Gott hat uns in einen Garten gesetzt. Da war es schön. Der Garten war nicht im Himmel, er war mitten in dieser Welt. Aber wir wollten es wissen. Und seither plagt uns das Gewissen. Wir wollten Erkenntnis und wir haben sie bekommen. Wir haben den Garten des Vertrauens verlassen, um neue Welten der Erkenntnis zu entdecken und schnell gemerkt, dass es Wüsten sind.

Was haben wir denn erkannt? Nicht die rechte Unterscheidung zwischen gut und böse, wie versprochen wurde. Sondern, dass wir nackt sind, haben wir erkannt. Das Nacktsein war vorher kein Problem. Nun sagst du – und das ist sehr interessant: Die Verdammung der Nacktheit und also die Scham sei eine Folge der Erkenntnis von gut und böse. Die Menschen haben beschlossen, Nacktheit zu verteufeln. Man kann das so deuten. Ich deute die Sache mit der Nacktheit und der Scham anders.

Die Scham über die Nacktheit war Folge eines Schuldgefühls. Sie aßen von der verbotenen Frucht und erhielten sofort Erkenntnis. Aber nicht die Erkenntnis von gut und böse, sondern sie erkannten als erstes die tiefe Problematik der Erkenntnis. „Da gingen den beiden die Augen auf und sie erkannten, dass sie nackt waren.“ (Gen 3,7) Sie erkannten, dass sie mit der Erkenntnis unausweichlich schuldig werden. Ja, dass sie sich bereits schuldig gemacht haben, indem sie nach Erkenntnis strebten.

Es ist erstaunlich. Wir sollten und wollten eigentlich nur über das 2. Kapitel nachdenken, bis zu dem Punkt, an dem der Mensch den Auftrag bekommt, den Garten zu bewahren. Aber das geht nicht. Man kommt, sobald man sich Gedanken macht, unweigerlich ins dritte Kapitel, das erzählt, wie der Mensch eben doch von der verbotenen Frucht der Erkenntnis nimmt, wie ihm die Augen aufgehen, wie er erkennt, wie nackt er ist, wie er sich schämt und aus dem Garten vertrieben wird.

Das zweite Kapitel ist ja nur der erste Akt eines Dramas. Im Drama setzt der erste Akt das sogenannte erregende Moment, eine Schlüsselszene, die erahnen lässt, dass es unheilvoll weitergeht und sich die Dinge nicht einfach auflösen werden. So ist das hier auch. Es wird eben von diesem Baum erzählt und vom Verbot, von den Früchten dieses einen Baums zu essen. Mehr nicht, aber das reicht, um unsere Gedanken anzuregen und die ganze Herrlichkeit und das ganze Elend der Menschheitsgeschichte mit einem Schlag vor Augen zu haben.

Am Anfang der Bibel wird ein großartiger Mythos erzählt. Ein Mythos, der mehr Weisheit offenbart als alle Philosophie. Der Mensch strebt nach Erkenntnis. Das ist in ihm angelegt. Es ist unausweichlich. Und die erste Erkenntnis ist, dass er sich damit um das Paradies gebracht hat. Es gibt kein Zurück. Wir beherrschen die Welt immer mehr, wir machen uns die Natur und die Welt und ihre Schätze immer mehr zu nutz, wir beuten sie aus und zerstören sie dabei. Aber es gibt kein Zurück. Alles beruht auf Wachstum, auf immer mehr. Aber es gibt kein Zurück. Zu meinen, es gäbe einen Weg zurück, zu meinen, die Menschheit könnte sich rückentwickeln, weniger Wachstum, weniger Technik, weniger Wissenschaft, weniger Konsum – das ist naiv! Wir können nur versuchen, durch den Fortschritt das Schlimmste zu verhindern, und müssen immer wieder erkennen, dass das so einfach nicht geht. Wir können sagen: Weniger CO2 durch mehr Elektroautos. Aber dann kommt jemand, der rechnet vor, dass die Produktion der Batterien viel mehr Energie braucht und damit CO2 ausstößt, als die Produktion eines herkömmlichen Autos. Nichts ist einfach mehr gut. Auch Öko ist nicht einfach gut. Auch Öko muss in die Bilanz. Das ist die Tragik. Aber es gibt keinen anderen Weg. Wir müssen bilanzieren. Es gibt nicht einfach mehr gut und böse. Auch das Paradies der Moral haben wir verloren. Das Versprechen, mit der Erkenntnis auch zwischen gut und böse verlässlich unterscheiden zu können, wurde nie eingelöst.

Wir haben von der Frucht gegessen. Wir haben den Weg der Erkenntnis eingeschlagen. Wir müssen ihn weitergehen. Aber dieser Weg führt nicht zurück in den Garten.

Martine, du hast mich gefragt, ob ich eine andere Idee habe. Ja, jetzt habe ich sie. Gott hat einen anderen Garten gepflanzt. In ihm gibt es keinen Baum der Erkenntnis. In ihm gibt es nur den anderen Baum, den Baum des Lebens. Den verbotenen Baum hat man immer als Apfelbaum gesehen. Den Baum des Lebens sehe ich als Feigenbaum. Denn den Feigenbaum hat Christus zum Glaubensbaum gemacht. Er verfluchte mal einen Feigenbaum, weil der keine Früchte trug, und der verdorrte auf der Stelle. Die Jünger fragen erstaunt:

Wie konnte der Feigenbaum so plötzlich verdorren? Jesus antwortete: … wenn ihr Glauben habt und nicht zweifelt, so werdet ihr nicht nur tun, was ich mit dem Feigenbaum getan habe, sondern ihr könnt sogar zu diesem Berg sagen: Hebe dich hinweg und wirf dich ins Meer, und es wird geschehen. Mt 21,19-22

Der Glaube versetzt Berge. Aus dem Glauben entspringt die Liebe. Die Liebe weiß, was zu tun ist: Die Liebe höret nimmer auf, wo doch das prophetische Reden … und die Erkenntnis aufhören werden. Denn unser Wissen ist Stückwerk und unser prophetisches Reden ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. (1. Kor 13,8-10)

In den alten Garten führt kein Weg zurück. Aber es gibt einen neuen Garten. Auf den Weg dorthin weist all unser Predigen.

Amen!